Spuren
2024
Graphit und Erde aus dem Königswald Kladow/Sacrow auf Papier, jeweils 29,7 x 42 cm
Erde als Inbegriff von Heimat und zu bearbeitender Materie. Auf meinen regelmäßigen Spaziergängen durch den mir seit 20 Jahren sehr vertrauten und heimelig anmuteten Königswald zwischen Kladow und Sacrow fand die feuchte farbige Erde mein Interesse als Gestaltungsmittel. Ich nahm verschiedene Erdproben mit und experimentierte auf Papier. Mit den Fingern rieb ich die getrocknete feinkörnige Erde linienhaft in das Zeichenpapier und bearbeitete die entstandene Zeichnung mit Druck und feuchten Fingern weiter. Die Erde verband sich mit dem Untergrund, der teilweise verletzt wurde und seine Struktur offenlegte. Es entstand eine neue Materialität. Immer noch im Bann des Gebetes „In der Fremde“ fügte ich auch teilweise Satzfetzen in die Zeichnungen, die ich dann mit der von mir entwickelten „Prägetechnik“ weiterbearbeitete. Zurück blieben dunkle balkenartige Gebilde, die sich in die fragilen Erdzeichnungen einfügten.
